Ein Hai in der Ostsee

Der Haikutter Nordwind lief 1919 auf der Werft der Gebrüder Nipper im dänischen Skagen vom Stapel. Bis 1976 fuhr er unter dem Namen Urda ab Esbjerg in der Seefischerei. 1981 war es Gründungsmitglied des Museumshafens in Kappeln. Seit 2006 fährt es vom Museumshafen Greifswald aus und wird von den Mitgliedern des anerkannt gemeinnützigen Nordwind Segeln e.V. ehrenamtlich erhalten und betrieben. Törns des Vereins führen auch über die Ostsee nach Dänemark, Schweden und Polen.

Über alles ist das Schiff knapp 25 Meter lang, der Rumpf misst über Deck 16,80 Meter bei einer Breite von 4,55 Metern (siehe Steckbrief). Auf und unter Deck bietet es heute viel Platz für Mannschaft und Gäste: Im Vorschiff ist noch der originale Innenausbau von 1919 mit den vier Fischerkojen erhalten, im einstigen Laderaum ist ein gemütlicher Salon mit weiteren Kojen, großer Back, Navigationstisch, Pantry und Toilette. Achtern liegt der Maschinenraum mit Tanks und Stauflächen.

An den zwei Masten können bei handigem Wind 9 Segel gesetzt werden: Großsegel, Schoner, Fock, Innenklüver, Außenklüver, Jager, zwei Topsegel und ein Fisherman´s. Das sind dann 185qm Segelfläche, die das Schiff in Fahrt und die Mitsegler ganz schön ins Schwitzen bringen.

Die Nordwind macht leider keine Fahrten mit Gästen mehr! 

Denn die Berufsgenossenschaft Verkehr verweigert ihr und zahlreichen anderen Schiffen zur Zeit (2013) die Ausstellung des entsprechenden Zeugnisses. Der Grund: die Nordwind sei kein historisches Wasserfahrzeug. Für "historisch" halten die MitarbeiterInnen der BG, Abteilung Schiffssicherheit (!), nämlich nur solche Schiffe, die so aussehen, wie sie kurz nach dem Stapellauf ausgesehen haben. Oder vielmehr: wie die BG-MitarbeiterInnen sich vorstellen, dass die Schiffe mal ausgesehen haben könnten. Historisches Fachwissen ist dabei nicht gefragt: Weder zur allgemeinen Definition des Begriffes "historisches Wasserfahrzeug" noch zur konkreten Bewertung einzelner Schiffe wurden oder werden Fachleute gehört. Quellen, Belege oder sachliche Begründungen für die konkreten Bewertungen bleibt die BG schuldig. Das Bundesverkehrsministerium - als Fachaufsicht - greift bis heute nicht ein, obwohl das Problem hier bekannt ist.

Dabei kann es eigentlich keinen vernünftigen Zweifel daran geben, dass die Nordwind ein historisches Wasserfahrzeug ist, siehe Steckbrief.

Der Nordwind Segeln e.V. muss also fortan die erheblichen Mittel für den Erhalt und Unterhalt des Schiffes durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Sponsoren- und Fördergelder einwerben. Uns ist jede Hilfe willkommen!

Spendenkonto: Nr. 100 109 713 bei der Sparkasse Vorpommern (BLZ 150 505 00), Verwendungszweck: Rettet die Nordwind!